Wetter Spezial


Am 13.06.2015 hat sich ein Gewitter der Stufe Rot bei Genthin entwickelt, es zog mit einer Geschwindigkeit von 32 km/h nordöstlich.

Mit dieser Meldung begann unser Tag in Rathenow.

Um 17:20 erhielten wir dieses Video aus Pritzerbe mit der Bemerkung die Wolken drehen sich, was für eine rotierende Gewitterzelle sprach.

Gegen 18:00 Uhr bekamen wir die ersten Schadenshinweise aus Rathenow.

Da wir zu diesem Zeitpunkt noch selber in der Nähe von Frankfurt am Gewitterjagen waren,

konnten wir uns erst kurze Zeit später auf den Weg nach Rathenow machen um uns die Schäden anzuschauen.

Gegen 20:15 erreichten wir Rathenow, jedoch war die Rathenower Feuerwehr nicht nur überfordert, sondern sehr unkooperativ und unfreundlich.

Nachdem wir dann nun endlich gegen 21:00 den Schadensort im südlichen Rathenow erreicht haben, konnten wir mit unserer Dokumentation beginnen.

Wir haben hier nochmals die Punkte eingezeichnet und aufgelistet.

Eine Karte von den diversen Schadensorten bzw. Fundstücken

map Kopie

Nun die einzelnen Zahlen.

Dazu sei gesagt, dass alle Fundstücke von der Nummer 11 abstammen.

1.

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2. Wellblechdach

31

3.

32

4. Abdeckung, vermutlich eines Gewächshauses oder des in der Nähe befindlichen Grills.

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6. Mehrere gebrochene und abgedrehte Bäume entlang der Bahnschiene Rathenow – Brandenburg

etwa 35m breit.

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7. Große Trümmerteile eines Daches

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8. zerstörtes Pavillion Zelt. 37

9. Verfrachtete Dachteile, die wir nicht finden konnten.

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10. Dachteile flogen wie Geschosse durch die Gegend,

ein Wunder das keiner auf dieser Hauptstraße getroffen wurde.

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11. Größte Schäden fanden wir an einer Fabrik mit Wohnhaus.

Hier wurde das Dach regelrecht wegverfrachtet und an die anderen Schadensorte verteilt.

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12. leider kein Bild vorhanden.

Hier teilte uns ein Anwohner mit, dass sich bei ihm im Garten zwei Sandkalksteine in den Boden eingegraben haben und zuvor dorthin verfrachtet wurden.

13. Das am stärksten betroffene Wohnhaus: hier flogen Teile einer Dachkonstruktion gegen das Dach und setzten durch den Dachschaden das Schlafzimmer der Bewohner regelrecht unter Wasser.

Die Bewohner konnten sich sprichwörtlich in letzter Sekunde ins Haus retten.

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Zu Punkt 13 teilten uns die Anwohner mit das hier eine 2,5-3m Lange Dachlatte in der Dachrinne steckte.

14. Ein eingestürzter leerstehender Bungalow

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Nach unserer Auswertung der Bilder und unter Berücksichtigung eine uns zugesandten Tornadobildes,

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Tornado Zabakcuk

sowie nach Rücksprache mit der Tornadoliste.de sind wir uns sicher,

dass hier im südlichen Rathenow einTornado der Stärke T2 / F1 gewütet hat.

Zum Abschluss sei zu sagen, dass der Tornado nicht im Zusammenhang mit dem Bugagelände steht.

Da wir im Bereich Rathenow West ein gerades Fallmuster von Bäumen hatten, werden die Schäden dort

durch einen so genannten Downburst entstanden sein.

* Downburst – Fallwinde die durch Regen und Hagel mit herabgemischt werden und Orkanstärke erreichen können.

Abschließend sei zu sagen, dass unserer Meinung nach das Unglück auf der Buga durch Vorsichtsmaßnahmen, schnelles Eingreifen und durch einen strickten Evakuierungsplan hätte verhindert werden können.

Jedoch ist diese Aufklärung nicht unsere Aufgabe. Unsere Arbeit haben wir erledigt.

Wir bedanken uns bei allen Mitwirkenden, Bildeinsendern, der Tornadoliste, der Feuerwehr Jerichow speziell Tom Hannemann, Wetteronline & Rathenow24.